Hoppeditz: Deutliche Worte

Wie in jedem Jahr las der erwachende Hoppeditz den Stadtvätern die Leviten. Dabei fand er deutliche Worte zum Thema Gaslaternen:

Doch geht es um die Gaslaternen
da sollen wir als Bürger lernen

die können noch so alt sein, noch so schön,
die kommen weg… Auf Wiederseh’n..

So schmeißt man denn Kultur vor Ort
aus Geiz und Dummheit über Bord

nur knapp ein Viertel lässt man steh’n,
als Alibi, so wird man seh’n…

In 20 Jahr’n, da wird man voten:
„was war’n das damals doch Idioten…”

„Sie tauschten Gas mit LED
und weg war es, oh jemineh

das Flair der Stadt, in dem Sinn pur:
… ach das kann weg‚ `s ist nur Kultur..!”

So wird man dereinst, ohne Fragen
über die Stadtväter von heute sagen…:

„Sie schafften ab die Lampen schlicht –
bloß Leuchten war’n sie selber nicht!

Webseiten:

Gaslichtpetition erfolgreichste Petition aller Zeiten in Düsseldorf.

Die Petition wurde daher den Stadträten vorgelegt, deren Antworten Sie hier finden!

Einige dieser Stellungnahmen zeigen sich nicht ausreichend informiert.
Sie finden im Faktencheck Detailinformationen zu den aufgekommenen Fragen

Der Abriss geht inzwischen weiter.

Ob mit ob ohne Ratsbeschluss (Masterplan). Beispiele unter “Aktuell

12. September 2014:

Bundespräsident Joachim Gauck würdigt die Arbeit der Gaslichtinitiativen

Anlässlich des Tags des Denkmales, der am Sonntag 14. September bundesweit begangen wird, würdigt
Bundespräsident Gauck in seinem Grußwort ausdrücklich das Engagement für den Erhalt des Gaslichtes in Düsseldorf.
Bundespräsident Joachim Gauck:
“(…) zur farblichen Prägung unserer Welt gehören auch die Farben der Nacht und ihre Beleuchtung. Dabei denke ich zum Beispiel an die Bemühungen um den Erhalt der historischen Gaslaternen in Berlin, aber auch in Frankfurt am Main, Dresden und Düsseldorf”.

Wir danken dem Präsidenten für seine anerkennenden Worte. Sie bestätigen, dass mit den Gaslichtbefürortern “nicht Ewig-Gestrige am Werke sind, sondern “höchst aufgeschlossene und engagierte Bürgerinnen und Bürger, denen am Erhalt des Schönen und Bewahrenswerten gelegen ist”, um es mit seinen eigenen Worten zu sagen.

10. September 2014: OB Geisel:

“Gaslaternen sind Kulturgut”

Oberbürgermeister der Landeshauptstadt will historische Gaslaternen in einigen Stadtbezirken erhalten

Düsseldorf soll das historische Erbe der Gaslaternen bewahren. Oberbürgermeister Thomas Geisel hat deshalb Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller beauftragt, mit einer Expertengruppe Gebiete für die historische Beleuchtung festzulegen. Dabei sei abzuwägen, wo Gaslaternen als Kulturgut die Geschichte der Landeshauptstadt signalisieren und wo die Stadt andererseits eine effizientere, moderne ökologische Beleuchtung braucht, erklärt der OB. Der Auftrag an die Arbeitsgruppe umfasst zum Beispiel die Stadtbezirke 1, das Gründerzeitviertel in Oberkassel, den Kaiserswerther Markt sowie das historische Zentrum von Gerresheim. Der Verkehrsdezernent wird unter anderem Kulturexperten und Denkmalschützer kurzfristig in seine Arbeitsgruppe einladen.
Oberbürgermeister Thomas Geisel: “Die Stadt Düsseldorf gibt ein deutliches Signal, dass sie die einzigartige, traditionelle Beleuchtung pflegt und erhält. Gleichzeitig wird jeder verstehen, dass in anderen Straßen auch die Aspekte der Sicherheit auf Straßen und der Finanzen Vorrang haben.”

Zukunft für Denkmale:

Seit 1848 erhellen Gaslaternen unsere Stadt – viele von den heutigen Laternen sind selbst über 100 Jahre alt.

Zukunft für ein Alleinstellungsmerkmales für Düsseldorf:

Weltweit gibt es rund 90.000 Gaslaternen im öffentlichen Straßenraum. Etwa die Hälfte von ihnen steht in Berlin. Mit rund 16.500 Laternen folgt Düsseldorf bereits auf Platz Zwei der „Welt-Gaslaternenliste“. Sie stehen im gesamten Stadtgebiet in vielen Straßen der Wohngebiete und prägen mit ihrem weichen, sympathischen Licht maßgeblich das Bild unserer Stadt. Die allermeisten arbeiten nach wie vor mit Gas und sind in außerordentlich gutem Originalzustand. Die hohe Zahl und ihre charakteristische Lichtqualität verleihen Düsseldorf im weltweiten Reigen der Städte, die Gasbeleuchtung haben, eine herausragende Stellung: Weltweit wird keine Stadt auch nur annähernd so markant vom Schein der Gaslaternen geprägt, wie Düsseldorf.

Zukunft für eine Grundlage der industriellenn Revolution

Das Gaslicht selbst spielte eine bedeutende und unverzichtbare Rolle bei der industriellen Revolution. Es war das erste helle Licht, das rund um die Uhr zur Verfügung stand. Damit steht es mit mechanischem Webstuhl, Dampfmaschine und Eisenbahn auf einer Bedeutungsstufe. Die ersten Gaswerke und Gasleitungsnetze wurden ausschließlich zu Beleuchtungszwecken gebaut.

Durch einen Zufall (und durch Sparsamkeit, denn eine Umrüstung wurde lange Zeit als viel zu teuer abgelehnt) hat es in einmaliger Ausprägung in Düsseldorf überdauert. Ein Glücksfall!

Zukunft des Düsseldorfer Gaslichtes:
Anerkennung als Weltkulturerbe der UNESCO

Durch den authentischen Zustand und ihre Einzigartigkeit sind unsere Gaslaternen ein ausgesprochen aussichtsreicher Kandidat für das Weltkulturerbe der Unesco, da hier Industriekultur deutlich unterrepräsentiert ist. Wir sehen das Gaslicht in einer Reihe z.B. mit den CableCars in St Franzisco.
Als erstes präsentieren wir hier unsere Petition. Sie wurde dem damaligen Oberbürgermeister Elbers von unserer Schirmherrin, Frau Professor G. Henkel, überreicht.

Zukunft des Gaslichtes aus Kostengründen – für Düsseldorf:

1999 noch wurde vom Bauausschuss der Stadt entschieden: das Gaslicht soll dauerhaft erhalten bleiben! Vorangegangen war eine intensive Diskussion, bei der am Ende von der Verwaltung eingeräumt wurde, dass Gaslaternen eine vergleichbare Effizienz haben, wie elektrische Leuchten, wenn denn die gesamten Verluste beim Strom vom Kraftwerk bis zur Birne berücksichtigt werden. Die Gesamtkosten einer Umrüstung kann nur geschätzt werden es fehlen vollständige Berechnungen. Nach Aussage von Fachleuten und Zugrundelegung von Zahlen aus vergleichbaren Städten ist eine Amortisation innerhalb der Lebensdauer einer Elektroleuchte (ca. 30 Jahre) praktisch nicht zu erreichen.

Gaslaternen haben dagegen mit über 100 Jahren eine mindestens dreifache Lebensdauer.


Trotzdem plant die Verwaltung, über 12.000 Gaslampen komplett zu entfernen und die verbleibenden gut 4.000 auf Strombetrieb umzurüsten. Das bedeutet nicht zuletzt, dass Anliegerbeiträge in erheblicher Größenordnung anfallen – in einen Pilotgebiet in Lohausen lagen diese bei 690 Euro pro Privatgrundstück.


Zukunft des Gaslichtes als Technologie (über den Tellerrand geschaut)

Gaslicht kann aus Deponie, Faul- und Grubengas mit niedrigem Druck ohne viel Technik Licht machten. Der Umweg über Elektrizität bedeutet, dass das anfallende Gas verdichtet werden und dann in einen Motor (Generator) eingespeist werden muss. Der anfallende Strom lässt sich dabei nicht speichern. In wenig entwickelten Gebieten dieser Welt eine Technologie, die von stetigem Vorhandensein von teuren Geräten samt zuverlässiger Ersatzteilversorgung abhängig ist. Gaslichttechnologie ist systembedingt deutlich einfacher und robuster. Bei Massenfertigung ist sie auch deutlich günstiger.
Eine solche Technologie bietet Chancen für die Ärmsten.

Die unterschiedlichen Ausführungen der Düsseldorfer Gaslampen:

“Nur weil es Coca Cola gibt, geben wir die Geheimnisse (…) nicht auf, die in 2000 Jahren des Europäischen Weinbaus gewonnen und weitergegeben worden sind.”

(Peter Sloterdijk)


Gaslicht:

Der edle “Wein” unter den Beleuchtungen

Und Düsseldorf hat’s: Keine Stadt – weltweit – wird auch nur annähernd so markant vom Schein der Gaslaternen geprägt, wie Düsseldorf.

Jeder kennt es, die allermeisten mögen es und dennoch ist es stark gefährdet: Düsseldorfs Gaslicht.
Wir wollen eine Zukunft für dieses kulturelle Erbe für Düsseldorf.